Herzlich Willkommen auf momos-memos.de

Eine Wolkenreise (25.6.22: Bin bisher nur bis Faial gekommen, Rest folgt im Juli, denn ich muss schon wieder verreisen und mein Photshop spinnt)

Die Reisroute:

Malaga – Gibraltar – Funchal (Madeira) – Horta (Faial, Azoren) – Praia da Victoria (Terceira, Azoren) – Ponta Delgada (São Miguel, Azoren)

– Portland, Weymouth, Abbotsbury (England) – Honfleur (Frankreich), Amsterdam, Bremerhaven

Eine Beobachtung vorweg: Eine interessante Tour mit viel Meer zwischendurch, was auf mich angenehm entschleunigend wirkte. Das Rauschen des Meeres, das leichte – oder vor den Azoren auch schon etwas kräftigere Schaukeln – man musss es mögen, ich mag es sehr. Und: irgendwann landet man beim Wolken-Motiv. Natürlich habe ich wieder jede Menge Botanik fotografiert (s. Bildergalerien), aber immer, wenn es irgendwie in die Totale ging, waren Wolken da. Wolken haben Motive verschluckt, ersetzt, waren oft in Konkurrenz …und irgendwann waren die Wolken das Hauptmotiv…also eine Wolkenreise.

Wenn künftig einer unserer Wetterfrösche vom Azorenhoch quakt, werde ich grinsen müssen: So viele Wetterwechsel innerhalb kürzester Zeit wie auf den Azoren habe ich noch nirgendwo erlebt. Als wir auf São Miguel den Lagoa do Fogo (Feuerlagune) von oben sehen wollten, bot sich etwa folgendes Bild – nachdem wir im Hafen bei Sommer-Sonnenwetter losgefahren waren! Der Lagoa do Fogo ist 1563 bei einem Ausbruch des Pico da Spateira entstanden. Den Pico gibt es seitdem nicht mehr und der Beweis, dass es den Fogo-See gibt, steht für uns weiterhin aus: Wir jedenfalls haben ihn nicht gesehen! Mal wieder spielten die Wolken eine Rolle: Bekannter Maßen kann man nicht weit gucken, wenn man sich in einer Wolke befindet. Vielleicht so drei Meter bei eiskaltem Wind und Schlagregen…

Ich war gespannt, wie die Reiseleiterin die definitiv belämmerte Situation retten würde. Sehr charmant: Sie sagte, das sei doch nun ein guter Grund, wieder herzukommen. Weiter unten wurde das Wetter wieder freundlicher, aber natürlich mit sich bauschenden Riesenwolken. Ach ja: den Wasserfall, den wir besichtigen wollten, hatte es in der Nacht geröllmäßig weggefegt…Alle Wetter halt! Ich werde nicht mehr übers Emsland meckern, da kann man sich wenigstens stundenweise auf schlechtes Wetter verlassen.

Na denn: Los geht’s: die übliche Sicherheitsübung und ab aufs Meer…

Mein Vornutzer muss 150 Kilo gehabt haben…dauert lange, bis das Ding halbwegs sitzt…

1. Botanische Angelegenheiten (kommen bei mir immer zuerst, waren auf auf die gesamte Reise verteilt):

Der botanische Garten in Madeira ist allein durch seine Lage spektakulär und wird mir auch beim x-ten Anschauen nicht langweilig. Erstaunlich fand ich an der englischen Küste den mediterranen Bewuchs. In Weymouth Plage, einem eher ein bisschen abgerockten Küstenort, wuchsen in den Pflanzenkübeln tropische und subtropische Gewächse üppig vor sich hin. Selten habe ich prächtigere Alstroemerien gesehen und Allium christophii ist mir noch nie in der Größe vor die Pupille gekommen. Ich muss sagen: Ich war ganz schön neidisch!

Botanischer Garten Madeira (anklicken)

Madeira Jardim Botanico

Dann Abbotsbury Subtropical Garden! Wow. Eine alte Anlage, von den Besitzern immer wieder ergänzt, also wunderbare alte Baumbestände, schön komponierte Parkanlagen und dann knallige Beete, komponiert wie Rudis Restetrampe, nach dem Motto: Wir ham’s ja!

Ich war ganz schön froh, dass diese Familie sich dem strengen englischen Gartenstil (verschiedene Grüntöne, zurückhaltende Texturen, kaum Buntes) durchaus verschlossen gezeigt hat. Sie haben halt alle gesammelt und dann zusammengewürfelt. Ich fand die Vielfalt und die etwas unkonventionelle Gestaltung gerade toll.

In unserer Gartenführerin kamen ab und zu gartenarchitektonische Bedenken hoch, die sie dann aber in der Begeisterung ertränkte, dann DIESE Pflanze hier AUCH noch zu finden.

Die im Park verteilten Figuren (hauptsächlich) aus Alice in Wonderland und anderen Phantasien wirkten in dieser Umgebung nicht verkitscht, sondern amüsant.

Wann sieht man schon mal hinter Riesenrhabarber (Gunnera manicata) ein Boot mit einer Eule, die einem rudernden Fuchs etwas auf der Gitarre vorspielt? „Hier gibtet von allet“, würde der Berliner sagen.

Abbotsbury Subtropical Garden (England)

Galerie Botanik

2. Gibraltar, das Ende Europas

Leider diesig und wolkig, das ist ja nichts Neues. Spätestens seit diesem Bild war mir klar, dass trotz allerlei Motivsuche (rotes, rostiges Schiff, Landende Europas..) dann doch die Wolke die Hauptrolle spielen wird.

In der Tropfsteinhöhle, die wir besichtigen, ist aber im Gegensatz zu draußen (einer der meistgehörten Sätze der Reiseführer ist: „Dort hinten könnten Sie dann ….sehen.“) allerbestes (ziemlich buntes) Licht. Und wir erfahren, dass Her Majesty Queen Elisabeth II und der Duke of Edinburgh diese Höhlen am 10./11. Mai 1954 bei ihrem Gibraltar-Besuch aufgesucht haben. Na, die waren ja wohl länger nicht mehr hier.

Überall die berühmten Affen, die wir seit unserem Bali-Erlebnis (ein Mitreisender wurde böse gebissen) mit Respekt  und eher auf Abstand betrachten. Man beruhigt uns, diese hier seien kleiner und geneigt zu warnen, bovor sie beißen. Dieser Bursche machte dann auch einen recht entspannten Eindruck, als würde er an einer Bushaltestelle zurückgelehnt warten:

 

Gibraltar draußen und drinnen (Bilder zum Vergrößern anklicken)

3. Ankunft in Madeira. Sie raten nicht, was uns begrüßt: Wolken in kitschig rosa, in grollend grau, in babyblau…

 

Wolkengalerie Madeira (anklicken)

Funchals Altstadt (Madeira): Bemalte Türen und mehr

In Funchals Altstadt fällt eine große Menge bemalter Türen, Fenster und Wände auf. Ein Künstlerkollektiv hat damit begonnen und viele haben sich dem angeschlossen. Ganz verschiedene Stile, Moden und Techniken sind zu sehen, von der gekonnten Illustration bis zur ambitionierten Pinselquälerei. Das Kneipen- und Restaurantviertel wirkt dadurch charmant und individuell.

Türengalerie Altstdt Funchal

Madeira – Die Markthalle in Funchal

An den Wänden die historische Darstellung des Marktes mit Azujelos

 

Die Wirklichkeit von 2022 zeigt dann die Menschen mit Mundschutz. Eine Variation zu den vielen Bildern, die über diese spannende Markthalle existieren (auch bei mir hier) und ich frage mich, ob wir sie in ein paar Jahren mit einem „guck mal, so war das damals“ oder einem „guck mal, so fing das an“ betrachen werden. Dann die typische Mischung aus Fisch, Pflanzen, Obst und Gemüse. Besonders hat mich immer dieser gruselige lange schwarze Fisch interessiert (Espada preta), der wie ein dreckiger Lappen über die Tische hängt. Trifft man ihn (schneeweiß) auf seinem Teller wieder, ist er köstlich. Dann die übliche exotische Obstmischung und knallrote Tomaten, dazu Möhren, die mich geruchlich aus ihrer Kiste geradezu anspringen. Vermutlich das, was passiert, wenn man die Sachen einfach mal reif werden lässt..

Und dann Versuchung pur für Menschen mit botanischem Träller (soll es ja geben ;-). Aber die nüchterne Überlegung, was denn wohl Coopers Baumfarn und Jacaranda arborea im Emsland machen werden, führt zur Ernücherung. Trotzdem schön zu sehen.

Markthalle Funchal (anklicken)

Abfahrt von Madeira, aber der Kapitän kehrt schon nach kurzer Zeit „wegen eines medizinischen Notfalls“ um. Vom Balkon aus beobachte ich eine gespenstische nächtliche Szene: Männer, die in weißen Ganzkörperanzügen herumgeistern, regeln die Ausschiffung des Patienten.

Madeira: Abschied

und nächtliche Wiederkehr

Abschied und nächtliche Rückkehr nach Madeira (anklicken)

Der Wind und die Wellen frischen in Richtung Azoren ordentlich auf. Ich finde das toll, in den Restaurants wird es allerdings etwas übersichtlicher. Die Wellen sollen 4 bis 5 Meer hoch gewesen sein, der Wind in Richtung Hurricane. Dafür hat der Stewart uns heute einen Oktopus aus unseren Betten gebastelt, Augen aus Kaffeekapseln, das ist doch mal was!

Eine lustige Nebenbeobachtung: Es gibt offenbar unterschiedliche Schulen der Textilfaltkunst

Als unser Stewart bemerkt hatte, dass wir Mordsspaß an den gefalteten Objekten auf unserem Bett hatten (er hatte einmal beim Getränkebringen beobachtet, wie ich mit großem Geknicker so ein Produkt fotografierte), bekamen wir immer mal wieder so ein Gebilde geliefert. Auf den Kanaren hatten wir vor Jahren in einem Hotel die tollsten Schwäne, gefertigt aus Handtüchern, die je nach Trinkgeld immer komplexer wurden. Die Werkstücke auf dem Schiff waren etwas schlichter und hatten oft Kaffeekapseln als Augen, was absolut für die Kreativität der Künstler sprach.

Betttiere und andere Welterscheinungen (zum Vergößern anklicken)

4. Azoren

Horta (Faial)

Wegen der 7 Stunden Verspätung (medizinischer Notfall) lassen wir Pico aus und steuern direkt Horta auf Faial an. Wieder Wolken, die sich über Bergrücken drücken und ein etwas verschlafen wirkender Ort, geprägt durch eine große Marina mit vielen Segelbooten.

Gegenüber dem Jagdhafen liegt Peter’s legendäre Sportsbar (genau: Peter Cafe Sport), die inzwischen auch ein Museum beinhaltet. Die auf einen Job wartenden Schipper „Koje für Hand“ sehen wir eher nicht, wohl aber viele Segler, die ihr Boot in Ordnung bringen (lassen) und Touristen. Gegenüber werden Segelboote mit neuem Unterbodenschutz versorgt und man kann Walwatching buchen.

Der ganze Ort ist schwarz-weiß, im Hafen stehen einige alte Eisenholzbäume, barocke Kirchen. Sollten die Bilder etwas düster wirken: Jawohl! Kurz nach dem Spaziergang bekammen wir wieder eins „aufs Jack“.

Horta (Faial)

Dafür gab’s dann bei Abfahrt wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang.

Terceira

 

 

 

 

 

 

Leute, kauft Kunst!

Die Ausstellung in der Kunsthalle Lingen ist vorbei, aber das Buch über Charly Monecke gibt es weiterhin bei Blanke, Holzberg und in der Kunsthalle. Und: Es gibt im Besitz der Erbengemeinschaft noch eine ganze Menge Bilder, die wir gerne verkaufen wollen, denn:

„Ein Bild lebt nur durch den Menschen, der es betrachtet“ (Picasso)

Archivierung von Bildern ist irgendwie frustrierend und wir meinen, dass sie an eine Wand gehören.

Haben Sie Geld gespart, weil Sie durch Corono nicht in Urlaub konnten? Die reiche Erbtante gestorben ist? Dazu: Geld auf der Bank nicht nur nichts bringt, sondern auch noch Strafzinsen (pardon!: Verwahrentgeld) kostet? Dann gönnen Sie sich doch Lebensqualität, Kunst zum Beispiel!

Alle Bilder hier und viele in dem Buch „Die Kunst“ sind käuflich zu erwerben. Kontakt zur Nachlassverwalterin (das bin ich: momo!):

momo@momos-memos.de

Metropolis, 1999 – 100 x 245 cm

Charly Monecke, Die Kunst, Werkschau eines schöpferischen Lebens, Edition Virgines, ISBN 978-3-948229-27-6, Preis 24,50 €

Ein Werkbuch mit 116 Abbildungen, 4 Textbeiträgen (Meike Behm, Irmgard Monecke, Heiner Schepers und Hajo Wiese) auf 112 Seiten. Hochwertiger Druck auf schwerem Papier, 24,50 €, Herausgeber:  Irmgard Monecke und Hans-Georg Krupp, Layout und Produktion: Markus Monecke

Die Glut III, 2005, Acryl auf Faserplatte, 100 x 130 cm

 

Vorstudie zu Die Glut III, 2002, Bleistift auf Zeichenkarton, 21 x 29,7 cm

Mehr Bilder von Charly Monecke (zum Vergrößern bitte anklicken):